Wenn Sie Manager sind, hat Scrum schlechte Nachrichten für Sie: Sie haben nichts mehr zu sagen!  Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – Ihre Rolle in einem Scrum-Projekt ruft Sie zur Demut.

  • Sie dürfen dem Team keine Aufgaben zuweisen
  • Sie dürfen nicht entscheiden, was implementiert wird
  • Sie dürfen dem Team keine Anweisung geben,  wie es zu arbeiten hat
  • Sie dürfen keine Statusberichte einfordern

Erlaubt ist Ihnen auch etwas. Sie dürfen

  •  für gute Arbeitsbedingungen sorgen, z.B. eine gutes Scrum Tool zur Verfügung stellen 😉
  •  das Team gegenüber dem Rest der Organisation vertreten und abschirmen
  • sich um die Bereitstellung von Ressourcen kümmern

In Scrum sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines traditionellen Projektmanagers auf die drei Rollen des Product Owners, des Scrum Masters und das Team verteilt.  Dabei vertritt der Product Owner  die Kundeninteressen und entscheidet darüber, was in welcher Reihenfolge zu liefern ist. Er bestimmt auch, ob das Gelieferte den Anforderungen entspricht.

Der Scrum Master ist verantwortlich für die Einhaltung der Regeln, die sich das Team für die Durchführung des Projektes gegeben hat.  Er sorgt dafür, dass alles Scrum-gemäß abläuft. Er  ist zuständig dafür, alles aus dem Weg zu räumen, was das Team daran hindern könnte, seine beste Leistung zu erbringen. Der Scrum Master ist nicht gesamt-verantwortlich für die Erreichung der Projektziele.

Wer trägt nun die Gesamtverantwortung? Die Antwort ist:  alle, und damit niemand!  Es ist also ähnlich wie bei einem Fußball-Team,  wo jeder einzelne zum Gesamtergebnis beiträgt, aber im Fall von zu vielen Niederlagen nicht das Team sondern der Coach entlassen wird. Nur so kann es in der Praxis auch bei Scrum funktionieren.

Die Rolle des Scrum Master bietet sich an, die traditionellen Aufgaben und Verantwortlichkeiten eines Managers zu übernehmen. Wenn Sie auch so schon einen  kooperativen  Führungsstil gepflegt haben, dann fällt es ihnen nicht schwer, ihrem Team möglichst viele Freiheitsgrade zu lassen und mit ihren Mitarbeitern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Sie haben dann auch bisher schon die Expertise der Teammitglieder genutzt und ihre Meinungen, Einschätzungen und Hinweise ernst genommen.

Sie haben sicher schon davon gehört, dass es zertifizierte Scrum Master gibt. Im Rahmen eines solchen Zertifizierungslehrgangs werden Sie vielleicht noch das eine oder andere lernen. Ansonsten ist eine solchen Zertifizierung wohl eher vergleichbar mit der Krönung der mittelalterlichen Könige durch den Papst. Die waren nach der Zeremonie auch nicht schlauer, sondern nur ärmer und besser legitimiert. Wenn Sie auf eine derartige Weihe aufgrund ihrer technischen  und menschlichen Kompetenz verzichten können, wird Ihnen Ihr gesunder Menschenverstand sowie etwas Beschäftigung mit den Grundideen von Scrum auch ohne ein Zertifikat den richtigen Weg weisen.

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